Erfolg − Designed in Germany
Die Kite Magazin−Leser haben ihre Lieblingsmarken gewählt: In der grossen Umfrage im Kite Magazin−Jubiläumsheft dramatische Umbrüche im Kitemarkt. Deutsche Marken liegen vorne.
Besinnen sich die deutschen Kiter in Krisenzeiten auf deutsche Produkte? Bei der grossen traditionellen Kite Magazin Umfrage haben die Kites mit dem Prädikat „Designed in Germany” die Spitzenplätze abgeräumt. Kaufverhalten mit dem Deutschland−Fähnchen im Kopf, in unsicheren Zeiten Konzentration auf verlässliche Werte?
Würde uns überraschen, denn früher haben die Kiter zwischen Bodden und Bodensee auch nicht mit der schwarz−rot−goldenen Brille gekauft. Der Bow, ein amerikanisches Produkt, war Mitte des Jahrzehnts der Bestseller, das Delta−Design, so prickelnd französisch wie Champagner, spülte die alte Marken−Hierarchie weg. Dass North und Core in der aktuellen Umfrage durch die Decke schossen, liegt eher an den übergangszeiten: Das Kite−Design ist nicht neu erfunden worden. Und in den Phasen des Feintunings sind die Deutschen mit ihrer Präzision besonders gut.
North hat den Vegas 2010 in seiner Sportlichkeit
Welchen Kite willst du kaufen?
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So könnten die Marktanteile am Ende dieses Jahres verteilt sein. North wird unangefochten Marktführer bleiben, Core stösst auf den zweiten Platz vor, Cabrinha gehört unter die Top Drei. F−One ist mit einem einzigen Schirm immer noch stark (Zahlen in Klammern: Ergebnisse der Umfrage 2009)
wiederbelebt und den Rebel aus dem Rebellenstatus heraus zum Trendsetter gemacht. Der Evo, in seiner ersten Form nichts als eine Bandit−Kopie, erhielt ein eigenes Profil mit neuen Features. Und der Fuse war die Kraftmaschine ohne Rhino−Gendefekte. So wird man Marktführer.
Welche Kitemarke ist innovativ?
Welche Kitemarke ist innovativ?
In dieser Grafik liegen Glanz und Elend der Kite−Marken. North hat seine Image−Führerschaft ausgebaut, Core schiesst durch die Decke, Cabrinha liegt gut im Rennen, F−One ist auf den vierten Platz zurückgefallen. Naish billigen die Leser immer noch Innovationskraft zu.
Die Fehmaraner Trendmarke Core hat in der grossen KITE−Umfrage die Konkurrenz aus Frankreich und Hawaii überholt: F−One, Begründer des Bandit−Zeitalters, ist auf den vierten Rang zurückgefallen und liegt jetzt wieder im soliden Mittelfeld. Der Grund ist einfach: F−One gehört das Delta nicht mehr allein: Core und North haben die stark gepfeilte Outline längst adaptiert und verfeinert. Ausserdem funktioniert eine Single− Modell−Politik nicht mehr so gut, wenn ein Produktkonzept in die Jahre kommt.
Ganz ähnlich liegen die Gründe für die kleine Imagedelle bei Cabrinha. Der neue Nomad wurde als Wavekite
deklariert und damit in eine Nische geschoben − der Crossbow verlor im Jahrgang 2010 seinen Charakter (diesen Fehler hat Cabrinha für 2011 korrigiert). Der Switchblade ist ein verlässlicher Longseller, aber auch kein sensationeller Lagerräumer.
Aber was ist bloss mit Robby los? Naish hatte den Sport in den Anfangsjahren geprägt (siehe KITE−Jubiläumsheft). Die Hawaiianer öffneten nur den Kassenschalter, an dem die Kundschaft ihr Geld ablieferte. Dann hat sich Naish mit dem Sigma−Design auf einen Kurs verirrt, der voll im Lee lag nicht weil das Design−Prinzip schlecht war, sondern weil es nicht besser war, aber den Sehgewohnheiten widersprach. Naish hat inzwischen wieder eine breitere Palette und kämpft um eine Platzierung unter den Top Drei. Die Marktanteile der Softkite−Marke
Flysurfer erodieren langsam, weil die Tubekites im Leichtwindsektor dramatisch aufgeholt haben. Aber man sollte die Speed− Solisten nicht abschreiben Entwickler Harich fällt immer wieder was Neues ein. Auf dem Boardmarkt, vom Volumen etwa ein Drittel des Kitemarktes, ein ähnliches
Bild: North hat mit dem Abschied vom Schaumkern die Marktführerschaft verteidigt, F−One ist mit dem Trax der Imageleader. Und Cabrinha rollt das Feld von hinten auf. Die Traumzahlen von Carved fallen unter das Porsche−Syndrom: Würde ihn gerne kaufen, wenn, ja wenn...
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Dieser Artikel stammt aus Kite Magazin September/Oktober 2010 und ist eigentum von Kite Magazin.